Deponienachsorge

Die Zentralmülldeponie Rastorf wurde vom 1. Februar 1977 bis zum 31.05 2005 von der Zentralmülldeponie Rastorf GmbH als Beauftragter des Kreises Plön betrieben. Auf der ZMD Rastorf wurden auf einer Fläche von ca. 10,5 ha die Abfälle aus dem Kreis Plön abgelagert. Insgesamt wurden ca. 2,0 Mio Tonnen Abfall deponiert.

Der Abfall wurde mit Müllverdichtern, sog. Kompaktoren zerkleinert und verdichtet. Bereits nach einer kurzen Zeit haben in dem abgelagerten Abfall wie in einem Bioreaktor unterschiedliche biochemische Prozessen begonnen. Dabei sind 2 Produkte entstanden, die vom Deponiebetreiber auch noch nach Schließung der Deponie behandelt werden müssen: Deponiegas und Deponiesickerwasser.

Das Deponiegas entsteht bei der Umsetzung der Biomasse in den abgelagerten Abfällen. Seine Hauptbestandteile sind Methan, Kohlendioxid und Sauerstoff.

Deponiesickerwasser entsteht bei der Durchsickerung der Niederschläge durch den Deponiekörper. Dabei werden durch biologische und chemische Prozesse verschiedene Schadstoffe gelöst, die zu einer Verschmutzung des Sickerwassers führen.

Schutz des Grundwassers
Um das Grundwasser vor Verunreinigungen zu schützen, hat jede moderne Deponie eine Basisabdichtung. Sie dichtet die Basis der Deponie ab und verhindert den Austritt des Sickerwassers. Einer der Gründe für die Standortwahl Anfang der siebziger Jahre war deshalb die vorhandene, bis zu 20 Meter dicke, natürliche Schicht aus wasserundurchlässigem Ton bzw. Mergel. Zusätzlich zu dieser natürlichen geologischen Barriere wurden noch weitere Sicherungsmaßnahmen eingesetzt:

  • Einbau einer homogenisierten (maschinell aufbereiteten) Schicht aus Tonmergel auf der geologischen Barriere, die einen definierten und kontrollierten Verdichtungsgrad hat und wasserundurchlässig ist,
  • Verlegen einer Kunststoffdichtungsbahn als zusätzlichen Schutz zur mineralischen Basisabdichtung,
  • Einbau einer Drainage oberhalb der Abdichtung für das Erfassen des anfallenden Sickerwassers.

Das entstandene Sickerwasser wird am Standort in einer dafür geeigneten Kläranlage gereinigt und dann direkt in einen kleinen Bach eingeleitet.

Die nebenstehende Grafik stellt einen Schnitt durch die Basisabdichtung der Deponie Rastorf dar. Durch diese Maßnahmen erreichen wir für unsere Deponie den gesetzlichen Standard für Hausmülldeponien in Deutschland.

Schutz der Atmosphäre
Um schädliche Beeinträchtigungen für das Umfeld der Deponie und die Atmosphäre durch das Gas zu vermeiden, wird es über ein ständig mit der Deponie gewachsenes System von Gasdrainagen abgesaugt.

Seit 1984 wird das Deponiegas energetisch in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) genutzt, um daraus Strom und Wärme zu erzeugen. Mit dem Gas werden im BHKW mehrere Motoren angetrieben. Dadurch ist die Selbstversorgung des Betriebes mit Strom gegeben, der Überschuss wird in das Netz der Stadtwerke Kiel eingespeist. Mit der entstehend Abwärme der Motoren werden die Betriebsgebäude geheizt, eine vollständige Nutzung der Wärme findet allerdings aufgrund der Außenlage der Deponie nicht statt.

Rekultivierung
Nach Beendigung des Deponiebetriebes wurde es aufgrund gesetzlicher Vorgaben notwendig, die Deponie mit einer vorläufigen Oberflächenabdichtung abzudecken. Ziel ist es, den Austritt von Deponiegas aus dem Deponiekörper und das Eindringen von Niederschlagswasser in den Deponiekörper zu minimieren. Erst wenn die Setzungen des Deponiekörpers, hervorgerufen durch die biochemischen Umsetzungsprozesse der Biomasse, abgeklungen sind, kann die endgültige Oberflächenabdichtung installiert werden. Die Setzungen des ersten Bauabschnitts sind schon so weit abgeklungen, so daß hier bereits die endgültige Oberflächenabdichtung gebaut wurde. Diese besteht aus einer Kunststoffdichtungsbahn und einem zusätzlichen Dichtungselement, einer sog. Kapillarsperre.

Abfallwirtschaftszentrum Rastorf GmbH & Co. KG . Hoheneichen 20 . 24211 Rastorf . Telefon: 04307 8367-0 . E-Mail: info@awz-rastorf.de